Gold in Georgien

Gold in Georgien

In Georgien sind ideale Voraussetzungen vorhanden, um die Metallurgiekette des Goldes vom Erz zum Metall zu verfolgen. Goldvorkommen ermöglichten Probenahmen des Edelmetalls für analytische Zwecke. Im Bolnissi-Revier wurde der bislang älteste prähistorische Goldbergbau identifiziert. Es wurden zahlreiche georgische Goldartefakte beprobt, um sie mit dem Naturgold für Provenienzstudien zu vergleichen. Der innovative Charakter dieses Projekts liegt in der Erforschung der frühen Gewinnung und Verbreitung von Gold, die bislang aufgrund der schwierigen Feldbefunde (geringe Goldkonzentrationen) und wegen (zerstörungsarmer) analytischer Verfahren an Goldobjekten schwierig war.

Ausgangspunkt der montanarchäologischen Forschungen ist das seit 2004 erforschte frühbronzezeitliche Goldbergwerk von Sakdrissi (4. Jahrtausendv.Chr.). Das Bergwerk liegt in einem Goldrevier am mittleren Flusslauf der Maschawera. Die Grabung zielt auf eine Untersuchung des Goldbergwerkes sowie Abschätzungen der Ausbeute mittels Dokimasie. In der zeitgleichen Siedlung von Balitschi-Dzedzwebi wurden Werkstätten ausgegraben, die metallurgische sowie Aufbereitungsaktivitäten belegen; ebenso wurden zeitgleiche Gräber untersucht. Ziel der Arbeiten ist zudem, die Goldgewinnung in das Kura-Araxes-Wirtschaftssystem einzuordnen.
Parallel zu diesen Untersuchungen hat 2011 eine Dissertation begonnen, in der analytische Untersuchungen zum Naturgold und zu Goldartefakten in Georgien durchgeführt werden. Ziele der Untersuchungen sind eine diachrone Erfassung der Goldtechnologie sowie Provenienzstudien zum Gold. Besonderes Augenmerk werden Goldobjekte aus der hellenistischen Siedlung von Vani (Kolchis) haben. In dieser Zeit ist offenbar durch den Gold-Silber-Scheideprozess gereinigtes Gold in Umlauf gekommen.
Angewandte Untersuchungsmethoden umfassen hoch moderne analytischer Verfahren, z. B. zerstörungsfreie Messungen mit einem tragbaren Röntgenfluoreszenz-Spektrometer, Rasterelektronenmikroskopie und Elektronenstarhlmikrosonde, Spurenelement- und Bleiisotopenanalyse mittels Massenspektrometrie mit gekoppelter Laser-Ablation sowie Messungen mittels der PIXE am Teilchenbeschleuniger des RUBION-Labors der RUB.


Dissertation

Moritz Jansen

Betreuer

Prof. Dr. Andreas Hauptmann

PD Dr. Sabine Klein, Goethe Universität Frankfurt a. M.

Projektträger

Deutsches Bergbau-Museum Bochum